Als Immobilienmakler ist einem das Bestellerprinzip ein bekannter Begriff. Aber auch einige Vermieter sollten diesen Begriff kennen oder wenigstens schon einmal gehört haben. In diesem Blogbeitrag erklären wir Ihnen, was das Bestellerprinzip bedeutet. Passend zu dem Thema Immobilie Verkaufen oder Vermietung wären auch folgende Blogbeiträge sehr interessant: Das zeichnet ein gutes Exposé aus und Foto-Termin: Tipps um schneller Interessenten für Ihre Immobilie zu finden.

Inhalt:

  1. Definition: Bestellerprinzip als ein Maklergesetz
  2. Bestellerprinzip bei Vermietungen
  3. Vorsicht ist als Mieter geboten
  4. Gilt das Bestellerprinzip auch für den Verkauf von Immobilien?
  5. Vor- und Nachteile des Bestellerprinzips

1. Definition: Bestellerprinzip als ein Maklergesetz

Das Bestellerprinzip ist in gewisser Weise vergleichbar mit einer Bestellung im Restaurant. Sie bestellen ein Gericht und zahlen am Ende dafür. In Bezug zum Immobilienmarkt bedeutet das Bestellerprinzip, dass der Eigentümer einer Wohnung oder eines Hauses einen Makler „bestellt“, also quasi beauftragt, die Immobilie zu vermieten. Der Vermieter kommt in diesem Fall für die Kosten des Maklers auf und muss diesen bezahlen. Seit 2015 gilt das Bestellerprinzip in Deutschland. Eingeführt wurde dieses gemeinsam mit der Mietpreisbremse, aufgrund der Knappheit von Mietwohnungen. Vor der Einführung mussten Mieter die Provision einer zu vermietenden Immobilie zahlen, bei der der Eigentümer einen Makler beauftragte.

2. Bestellerprinzip bei Vermietungen

Im Folgenden fassen wir einmal kurz zusammen, welche Auswirkungen das Bestellerprinzip auf Mieter und Eigentümer hat:

Bedeutung des Bestellerprinzips für Eigentümer

Möchte also ein Eigentümer eine Wohnung in zum Beispiel Berlin vermieten, dann engagiert dieser einen Makler. Der Immobilienmakler wird damit beauftragt, die Wohnung zu inserieren und in Form von einem Exposé mit den Eckdaten, Informationen und Fotos zu der Wohnung zu vermarkten. Dabei ist der Makler stets Ansprechpartner für alle Mietinteressenten und auch für den Eigentümer. Dieser koordiniert die Besichtigungstermine und wählt einen Mieter, nach ausführlicher Prüfung der Unterlagen, aus. Nach Vertragsabschluss wird der Makler vom Eigentümer für seine Leistungen bezahlt.

Bunte Hochhäuser

Dabei spart der Vermieter Energie und Zeit, die Abläufe in Bezug zur Immobilien-Vermietung eigenständig durchzuführen. Gerade wenn Sie als Eigentümer in einer Stadt wohnen, aber Ihre Eigentumswohnung in einer anderen Region schnellstmöglich vermieten möchten, sollten Sie über die Leistungen und Konditionen eines Immobilienmaklers nachdenken. Schon alleine in Bezug zu Besichtigungen, kann Ihnen ein Makler vor Ort diese Aufgabe abnehmen und Sie können sich entspannt zurücklehnen.

Bedeutung des Bestellerprinzips für Mieter

Wie oben beschrieben, hat das Bestellerprinzip keine Auswirkungen auf den Mieter. Dennoch kann es nicht schaden zu wissen, wie genau die Provision zustande kommt. Unterzeichnen Sie als Mieter den Mietvertrag, dann ist die Vermietung einer Wohnung oder eines Hauses damit abgeschlossen und der Immobilienmakler wird vom Vermieter mit der Maklercourtage entlohnt. Bewusst sollte Ihnen dabei sein, dass der Vermieter die Maklergebühr in keiner Art und Weise an Sie als Mieter übertragen oder abrechnen darf. Falls dies der Fall sein sollte, hintergeht der Vermieter ein Rechtsgesetz und Mieter sollten beratenden Kontakt, beispielsweise zu einem Anwalt, aufnehmen.

Auf der anderen Seite besteht auch für Wohnungssuchende die Möglichkeit einen Makler als Unterstützung zu beauftragen, falls Sie als Mieter aus zeitlichen oder gesundheitlichen Gründen kein neues Mietobjekt suchen können. In diesem Fall würde der Makler Ihnen Wohnungen und Häuser explizit heraussuchen, die zu Ihrer Suchanfrage passen. Dabei gilt, dass Sie als Mieter für die Maklergebühr aufkommen müssen und nicht der zukünftige Vermieter oder Eigentümer der Immobilie.

3. Vorsicht ist als Mieter geboten

Das Bestellerprinzip zur Vermietung von Immobilien hat sich in einigen Fällen in der Vergangenheit negativ auf Mietinteressenten ausgewirkt, weil es Vermieter und Makler gab, die das Bestellerprinzip umgehen wollten. Seien Sie bedacht und halten immer Augen und Ohren offen. Falls Ihnen als Mietinteressent auffällt, dass ein Immobilienmakler gegen das Gesetz handelt, dann treten Sie in Kontakt mit einem Anwalt oder dem Gewerbeaufsichtsamt. Unterzeichnen Sie keinen Maklervertrag, der besagt, dass Sie den Makler beauftragt haben und auch Reservierungsbestätigungen sollte nicht blindlings unterschrieben werden. In einigen Fällen sollen auch Besichtigungskosten für Interessenten aufgetreten sein.

Dies sind nur einige kurz umschriebene Beispiele für eine unseriöse Immobilien-Vermietung und wie Makler das Gesetz in der Vergangenheit umgehen wollten. Weitere Informationen zu diesem Thema können Sie unter Finanztip nachlesen. Dort werden bestimmte Fälle genauer beschrieben. Ein professioneller Immobilienmakler kennt die Gesetze und möchte glückliche und zufriedene Kunden fachgerecht unterstützen, immer auf der Basis von Seriosität und Kompetenz!

4. Gilt das Bestellerprinzip auch für den Verkauf von Immobilien?

Zeichnung einer Maklerin

Beim Immobilienverkauf gilt das Bestellerprinzip nicht. In diesem Fall beauftragt ein Eigentümer zwar auch einen Makler, um ein Haus oder eine Wohnung zu verkaufen, aber der Verkäufer muss den Makler in einigen Bundesländern wie beispielsweise Berlin nicht bezahlen. Im Bereich des Verkaufs und Kaufs von Immobilien gilt die ortsübliche Maklerprovision für jedes Bundesland die Beauftragung. In Berlin zum Beispiel wird die Provision in Höhe von 7,14% von dem Käufer übernommen. Wenn Sie als Verkäufer uns als Immobilienmakler beauftragen würden, dann würden für Sie keine Kosten anfallen, da wir diese Kosten übernehmen und die Maklerprovision nach erfolgreichem Kaufvertragsabschluss von dem Käufer erhalten. In anderen Bundesländern wird die Provision unter Käufer und Verkäufer gleichermaßen aufgeteilt.

In der Vergangenheit gab es immer wieder Diskussionen darüber, ob das Bestellerprinzip wie bei der Vermietung von Immobilien auch bei dem Verkauf von Immobilien eingesetzt werden sollte. Bisher gibt es diesbezüglich noch keine konkreten Regelungen, allerdings bestehen bereits Entwürfe der Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen. Die Meinungen darüber, das Bestellerprinzip auch im Immobilienverkauf einzuführen gehen auseinander.

5. Vor- und Nachteile des Bestellerprinzips

Wie alles im Leben, hat auch das Bestellerprinzip sowohl Vorteile, als auch Nachteile. Einige Besonderheiten diesbezüglich möchten wir Ihnen kurz und knapp darstellen:

Auswirkungen für Mieter:

Vorteile

  • Die Wohnungsangebote sind provisionsfrei

Nachteile

  • Häufig höhere Mieten
  • Aufgrund des Maklergesetzes werden selten Immobilien privat im Internet angeboten
  • Mieter mit ungenügend Bonität haben es schwerer eine geeignete Wohnung zu finden
  • Keine Vertragsfreiheiten

Auswirkungen für Eigentümer/Vermieter:

Vorteile

  • Der beauftragte Makler handelt nur im Interesse des Eigentümers und ist nur diesem verpflichtet
  • Höhere Nachfrage an Interessenten, aufgrund z.B. aussagekräftigen Exposés und Präsentation der Immobilie
  • Mit Makler haben Eigentümer im Vermietungsprozess weniger Arbeit und Zeitaufwand

Nachteile:

  • Provision an den beauftragten Makler leisten
  • Keine Vertragsfreiheiten

Auswirkungen für Makler:

Vorteile

  • Nur der Eigentümer (Vermieter) ist der Vertragspartner des Maklers
  • Höhere Nachfrage an Interessenten
  • Die Widerrufbelehrung und Nachweisbestätigung gegenüber dem Mieter fallen weg

Nachteile

  • Mehr Konkurrenz anderer Maklerbüros
  • Keine Vertragsfreiheit
  • Ansteigende Vermieteransprüche
  • In einigen Fällen weniger Aufträge

Wenn Sie Fragen rund um das Thema Bestellerprinzip haben, dann zögern Sie nicht und nehmen einfach Kontakt mit uns auf. Wir beantworten sehr gerne Ihre Anliegen! Wir von immoeinfach haben uns auf den Verkauf von Immobilien spezialisiert und sind nicht als Immobilienmakler im Bereich Vermietung von Immobilien tätig.

Schlüsselübergabe einer Wohnung

Veröffentlicht am: 11.02.2019 | Autor: Rike Niemann

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.