Schon seit geraumer Zeit bahnt sich eine essenzielle Veränderung im Berufsbild des Immobilienmaklers an. Während die Arbeit des Maklers bislang meist von dem persönlichen Kontakt zu den Kunden, häufigen Besuchen vor Ort und der Abhängigkeit von Tages- und Lokalzeitungen geprägt war, zählt mittlerweile vor allem eines: die sogenannte digitale Visitenkarte. Denn wer heutzutage erfolgreich mit Immobilien handeln möchte, muss sich online präsentieren und das Internet als eine Art gigantische Exposémappe nutzen. Doch kann die gesamte Abwicklung – inklusive Hausbesichtigung und Preisfindung – tatsächlich komplett über das Internet funktionieren?

Der Traum von der eigenen Immobilie hat viele Menschen bis vor gar nicht allzu langer Zeit zu wahren Höchstleistungen angetrieben. So wurden immer wieder diverse Zeitungen aufmerksam durchgesehen, zahlreiche Termine vor Ort wahrgenommen und fast täglich lag ein neues Exposé eines Maklers im Briefkasten. Diese zum Teil sehr nervenaufreibende Suche nach der Wunschimmobilie kostete nicht nur viel Zeit, sondern häufig eben auch einiges an Nerven. Daher verwundert es auch nur wenig, dass sich die verschiedenen Online-Portale, auf denen die Kunden mit nur wenigen Mausklicks nach dem gewünschten Eigentum suchen können, seit Anfang an großer Beliebtheit erfreuen. Doch auch die Immobilienbranche selbst erfuhr durch diese neue Herangehensweise eine grundlegende Veränderung – insbesondere der Beruf des Maklers.

Denn es geht ab sofort nicht mehr nur darum, Immobilien zu verkaufen, sondern in der Hauptsache sich selbst. Aus diesem Grund suchen sich einige Makler professionelle Hilfe in Form von kreativen Online- und Werbeagenturen, die mit ihrem Know-how eine erfolgreiche digitale Vermarktung ermöglichen. Dazu gehören – neben der eigenen Webseite – auch verschiedene Online-Tools, die den Kunden die Suche nach Häusern und Wohnungen vereinfachen. Darüber hinaus spielt aber auch die Selbstdarstellung in den sozialen Medien wie Facebook, Twitter und Co eine wichtige Rolle. Auch hier brauchen noch immer viele Makler jemanden, der ihnen unter die Arme greift. Aber wie funktioniert diese Form der branchenübergreifenden Zusammenarbeit eigentlich genau?

Ein Beispiel aus Hameln zeigt, wie die Digitalisierung des Maklerwesens ablaufen kann

Zwei Unternehmen aus der bekannten Rattenfängerstadt haben sich bereits schon vor einiger Zeit zusammengefunden, um den Beruf des Maklers digitaler und intelligenter zu machen: Hapke Immobilen, ein Immobilienmakler aus Hameln, und die Synatix GmbH, eine Werbeagentur aus Hameln. Hier wird das Fachwissen der Firma Hapke mit den Erfahrungswerten der Online-Agentur verknüpft, um den Kunden binnen kürzester Zeit genau die Immobilien vermitteln zu können, die perfekt zu den jeweiligen Anforderungen passen. Möglich macht das unter anderem ein sogenanntes Match System, das die Suche deutlich vereinfacht und den Kunden alle relevanten Informationen gebündelt und leicht verständlich präsentiert.

Darüber hinaus bieten solche digitalen Plattformen noch einige weitere interessante Features. Beispielsweise können die Interessenten die erste Begehung der Immobilie komplett virtuell durchführen. Auch sämtliche Markt- und Wertanalysen sowie ein Großteil der Kommunikation mit dem Makler laufen online ab – ohne dabei an eine spezielle Region gebunden zu sein. Allerdings bedeutet diese Form der Digitalisierung keinesfalls, dass der Makler nur noch das Nötigste tun muss. Ganz im Gegenteil sogar, denn zum einen muss das virtuelle Exposé erstellt und durchgehend betreut und gepflegt werden. Zum anderen muss der Makler quasi jederzeit erreichbar sein und die Kunden mit seinem Wissen und seiner Expertise davon überzeugen, an den richtigen Immobilienvermittler geraten zu sein.

Die persönliche und individuelle Beratung ist und bleibt entscheidend

Auch wenn die zuvor genannten Systeme und Online-Portale die Suche nach der passenden Immobilie deutlich vereinfachen, werden wohl die wenigsten Interessenten ein Haus oder eine Wohnung kaufen, ohne diese vorher „live“ gesehen zu haben. Es ist also unabdingbar, dass der Makler auch bei Vor-Ort-Terminen zu überzeugen weiß. Zudem gibt es trotz der ausführlichen Beschreibungen, Daten und Fakten natürlich noch immer zahlreiche offene Fragen, die ausschließlich von dem Makler selbst beantwortet werden können. Und wie diverse Studien und Umfragen zeigen, wünschen sich viele der potenziellen Käufer eine persönliche und individuell zugeschnittene Beratung – zusätzlich zu dem Online-Exposé.

Für den Makler gilt es also auch weiterhin, durch Kompetenz, Fachwissen und Verhandlungsgeschick zu überzeugen. Die digitale Plattform kann dabei natürlich einen ersten Eindruck vermitteln, doch sollte sie eher als Sprungbrett und zum Aufbau des Erstkontaktes gesehen werden und nicht als Ersatz für die persönliche Kommunikation. Der Beruf des Immobilienmaklers wird durch die Digitalisierung der Branche also definitiv nicht in Gefahr geraten. Es ist allerdings wichtig, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen und diese erfolgreich in die tägliche Arbeit zu integrieren. Im Endeffekt sind die virtuellen Systeme also nur das Werkzeug – bedient, gesteuert und gelenkt werden sie jedoch auch weiterhin von dem Makler selbst.

Der nächste Trend wartet schon: Immobilienbesichtigung in virtueller Umgebung

Geht es nach dem Informationsportal Wallstreet Online, wird die sogenannte Virtual Reality-Technologie schon bald zu einem festen und wichtigen Bestandteil des Immobilienhandels. Die VR-Technik ermöglicht es den potenziellen Käufern, die gewünschte Immobilie komplett von dem eigenen Sofa aus zu besichtigen. Das spart nicht nur lange Anfahrtswege, sondern bietet zudem die Möglichkeit, neben dem Objekt selbst auch infrage kommende An- und Umbauten darzustellen – ohne dass diese bereits durchgeführt wurden. Um diese Technik nutzen zu können, bedarf es allerdings der passenden VR-Brillen, da diese den virtuellen Rundgang überhaupt erst ermöglichen. Auch wir, immoeinfach.de – als Immobilienmakler für Berlin –, nutzen diese Technologie bereits, damit Kunden sich vorab einen Eindruck von der Immobilie verschaffen können. Dies spart unnötige Besichtigungen und entlastet die Käufer sowie die Verkäufer.

Für den Makler hingegen bedeutet die virtuelle Realität ein weiteres Hilfsmittel im Werben um neue Kunden. Denkbar wäre hier beispielsweise, dass der Makler mit den VR-Brillen zu den Interessenten fährt, damit diese sich in gewohnter Umgebung und ohne Stress nicht nur ein, sondern im Optimalfall gleich mehrere Objekte anschauen können. Der Vorteil daran ist, dass der Makler persönlich vor Ort ist, um bei Fragen oder Unsicherheiten direkt und individuell eingreifen zu können. Da die Objekte zuvor jedoch erst gefilmt und als 360-Grad-Ansicht verfügbar gemacht werden müssen, bleibt abzuwarten, ob sich diese Art der Besichtigung am Ende auch tatsächlich durchsetzen wird.

 

Veröffentlicht am: 19.08.2019 | Autor: Julius Hagen

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