Wenn ein Bestandsgebäude verkauft werden soll, entscheidet sich der Verkaufspreis nicht nur über Mikro- und Makro-Lage, sondern auch über den unmittelbaren Gebäudezustand. Wer jedoch nur den Ist-Zustand anbietet, höchstens ergänzt um eine mehr oder weniger umfassende Innen-Grundreinigung, muss damit leben, dass er nur den Preis aufrufen kann, den das Haus ob dieses Ist-Zustandes wert ist.

Umgekehrt gibt es Sanierungsmaßnahmen, wie weder übermäßig viel Zeit noch Geld verschlingen, sich aber in jedem Fall gewinnbringend ins Exposé einbringen lassen können und dort ein vielfaches ihrer Kosten ausmachen. Sechs davon zeigt der folgende Artikel.

1. Fassadenreinigung

fassade reinigung druck sauber
Fassaden verschmutzen of weitgehend unbemerkt. Der große Aha-Effekt kommt für die Besitzer meist erst während der Reinigung.

Eine der einfachsten Maßnahmen dieses Artikels benötigt nicht mehr als einen Fachbetrieb, Wasser und einen Hochdruckreiniger, die Fassadenreinigung.

Denn es ist eine Tatsache, dass sich umso mehr Schmutz auf dem Äußeren eines Gebäudes ansammelt, je rauer es ist. Sehr schlecht für Struktur- und ähnliche Grobputze, selbst wenn sie mit einer Farbschicht bedeckt sind.

Nicht immer erkennt man überhaupt, dass die Fassade schmutzig geworden ist. Je nach Lage hat sie in der Gesamtheit einen „Grauschleier“ bekommen – aber natürlich gibt es auch Lagen, in denen man an den Ecken der Fensterbänke und ähnlich neuralgischen Stellen auch regelrechte Schmutz-Ablaufspuren sehen kann – schlecht für die Anmutung.

Der Fachbetrieb macht mit dem Schmutz ziemlich kurzen Prozess – selbst sollte man es allerdings schon deshalb nicht tun, weil nicht jeder Wandfarbe ohne Weiteres gereinigt werden kann.

2. Modernes Blechdach

Das Dach ist oftmals ein „Verräter“. Denn selbst bei einer ansonsten frisch wirkenden Fassade tendiert die Dacheindeckung häufig dazu, die Spuren des Alters trotzdem unübersehbar vorzuzeigen. Etwa in Form von Flechten, Moosbrocken oder gar Ausbrüchen.

Das Blechdach ist in diesem Sinne die moderne Antithese zur langandauernden Dachsanierung. Schon die Herstellung der Platten ist unkompliziert und schnell. Und weil sie so groß sind, sind selbst ausladende Dächer binnen weniger Stunden eingedeckt. Ungleich schneller und meistens günstiger als bei anderen Eindeckungsarten.

Nicht zu unterschätzender weiterer Vorteil: Das Blechdach ist wesentlich leichter als andere Materialien. Dadurch kann es, selbst wenn es sich um Sandwichplatten mit integrierter Dämmung handelt (eine Wertsteigerung für sich), ohne statische Probleme auf alten Dachstühlen aufgebracht werden.

3. Frische Fassadenfarbe

frische fassadenfarbe
Frische Fassadenfarbe ist nicht nur eine Sanierarbeit. Sie kann auch wertsteigernden Sinn machen, wenn bloß der bisherige Farbton gewöhnungsbedürftig ist.

Vielleicht ist die alte Fassadenfarbe bereits rissig und abgeplatzt und kommt somit nicht für eine Reinigung infrage. Vielleicht aber ist das Haus auch in einem Farbton gestrichen, der polarisiert und somit den Wert mindert.

Was auch der Grund ist, ein neuer Fassadenanstrich ist ein s schlagkräftiges Mittel, das selbst einen mehrere Jahrzehnte alten Bestandsbau auf eine brandneu wirkende Optik bringen kann. Nicht zu vergessen, dass es auch die Gelegenheit ist, eine dem heutigen Geschmack der Käufer-Masse angepasste Farbpalette zu wählen.

Von großem Vorteil ist zudem, dass es sich um eine Arbeit handelt, die der versierte Selbermacher durchaus in Eigenregie leisten kann, was die notwendigen Ausgaben auf die Materialkosten zusammenschrumpfen lässt.

4. Aufbereiteter Vorgarten

Vorgärten sind ebenso sehr Visitenkarte eines Hauses wie es die Fassade ist – und ähnlich wie der Farbton polarisieren sie auch.

Hier kann man bereits viel tun, indem man schlicht nachhaltig Wildwuchs bekämpft, Äste stutzt, Unkräuter zupft und einen gepflegten Look erschafft. Allerdings: Wenn der Vorgarten danach nur noch eine unschöne Ansammlung herb gestutzter Sträucher ist, sollte man überlegen, ob es nicht sinnvoller wäre, eine schnelle Grundsanierung zu betreiben.

Das muss keine teure Angelegenheit sein. Es reicht schon, von einem Fachbetrieb die Sträucher entfernen zu lassen, den Boden zu glätten und dann Rasen einzusäen bzw. Rollrasen verlegen zu lassen. Zwar kein landschaftsarchitektonisches Highlight, aber viel mehr dem Massengeschmack entsprechend.

5. Carport errichten

Bei vielen Häusern ist die Einfahrt wenig mehr als eine gepflasterte Fläche, auf der ein Auto abgestellt werden kann. Natürlich, schon das Vorhandensein einer Stellfläche kann sich durchaus wertsteigernd auswirken.

Noch besser ist es aber selbstverständlich, wenn dort ein oder sogar zwei Autos stehen können, ohne dass jede Reaktion von Mutter Natur sofort ihre Spuren auf Blech und Glas hinterlässt.

Das bringt uns zum Carport. Praktisch die simple, schnellere und ungleich günstigere Variante der Garage. Er ist vom Fachbetrieb binnen eines Tages errichtet. In der Berliner Bauordnung fällt er bei mittlerer Wandhöhe von maximal drei Metern und einer Fläche bis 30m² unter die verfahrensfreien Anlagen. In Brandenburg darf er sogar 50 Quadratmeter groß sein.

Zwar wäre eine „richtige“ Garage noch wertsteigernder, allerdings wäre das auch eine ungleich umfangreichere, viel aufwendigere Operation.

6. Überarbeitete Innentüren und -türrahmen

Einige Hausbesitzer lassen vor dem Verkauf innen neue Bodenbeläge installieren. Sicherlich eine sehr gute, ebenfalls vergleichsweise kostengünstige Maßnahme. Allerdings vergessen dabei viele, welche rein optische Wirkung auch von den Zimmertüren ausgeht.

Insbesondere dann, wenn es sich dabei nicht um im naturhölzernen Look belassene Türen und Rahmen handelt, sind die Spuren der Jahre bei genauerer Betrachtung oft unübersehbar.

Auch hierbei handelt es sich um eine Arbeit, die von Selbermachern relativ unkompliziert durchgeführt werden kann – die alte Farbe wird mit Beize entfernt, Türblatt und Rahmen werden geschliffen und danach mit Pinsel oder Rolle frisch gestrichen.

Ergänzt man dies noch um neue Griffe und Beschläge, wirken die Türen wie frisch installiert und sehr attraktiv.

Bildquellen:
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Veröffentlicht am: 31.07.2019 | Autor: Julius Hagen

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