In unserem vorherigen Blogbeitrag ging es um das Thema Smart Home: Zuhause rundum sicher und effektiv gestalten, als zukunftsorientierte und technische Lösung für das private Wohnen unter Aspekten von Einfachheit, Sicherheit und Effektivität. Im Hinblick auf zukunftsorientierte und smarte Lösungen werden bereits heute schon Modelle und Immobilienformen der Zukunft entwickelt und getestet, die sich ebenso wie das Smarte Home mit der Vernetzung zwischen Gebäude, Elementen des Innenraumes und der Versorgung alltäglicher Bedürfnisse befassen. In diesem Beitrag stellen wir Ihnen die Kerngedanken von Smart Buildings vor.

Inhalt:

  1. Definition Smart Building
  2. Diese Besonderheiten machen ein Smart Building aus
  3. Beispiel eines Smart Buildings: The Edge in Amsterdam
  4. Vor- und Nachteile von Smart Buildings
  5. Fazit

1. Definition Smart Building

Ähnliche wie Smart Home lässt sich Smart Building ebenso wortwörtlich übersetzen mit „intelligente Gebäudetechnik“. Das bedeutet, dass ein gesamtes meist öffentliches Gebäude wie beispielsweise ein Bürogebäude oder Einkaufszentrum durch smarte Techniken mit bestimmten Elementen wie Licht, Heizung, Strom, usw. vernetzt sind und diese individuell regulieren und steuern können, um Effizienz zu schaffen und umweltschonender mit alltäglichen Ressourcen umzugehen. Aber auch Mehrfamilienhäuser können als eine Form des Smart Buildings integriert werden und das Wohnen der Mieter und auch Vermieter erleichtern.

Hohes Gebäude mit Glasfassade bei Sonnenschein

2. Diese Besonderheiten machen ein Smart Building aus

Durch bestimmte Sensoren lassen sich in einem Bürogebäude beispielsweise Daten über den Wasserverbrauch, die Lichtnutzung, den Energieverbrauch oder über die Temperatur erfassen. Aufgrund der Auswertung dieser Daten können Smart Building-Techniken den Verbrauch an Ressourcen bestimmen, steuern und verringern. Der Fokus von Smart Buildings liegt darauf, dass diese komplett selbstständig lernen und funktionieren. In einem spannenden Trendanalysen-Bericht zu Smart Building 2030: Geschäftsmodelle in der Sicherheitstechnik der Zukunft werden vier Schritte vorgestellt, die ein Gebäude autonom und zu einem Smart Building machen. Wichtig dabei ist, wie auch im privaten Smart Home, eine Kontrollstation bzw.  Basisstation einzurichten, von dieser aus alle Steuerungen vorgenommen und Daten abgespeichert werden können. Zudem dient ein solches Kontrollzentrum dazu, Sicherheit und Überwachung zu schaffen, um beispielsweise Einbrüche schnell hervor zusehen und dementsprechend abwenden zu können oder um direkt Informationen über defekte Geräte zu erhalten, die frühzeitig durch Smart Building-Techniken und Sensoren erkannt werden.

Des Weiteren setzt Smart Building ein Building Operation System (engl.: Gebäudebetriebssystem) voraus. Durch dieses können die Daten bearbeitet, ausgewertet und weiterverarbeitet werden, ohne dass dies von Menschen kontrolliert und durchgeführt werden muss. Zuständig dafür wäre in Zukunft so zu sagen eine künstliche Intelligenz, die aufgrund des Datenaustauschs die Gebäudefunktionen effizient steuert und managt. Um eine ständige Kommunikation zwischen den Smart Building-Elementen und der künstlichen Intelligenz aufrechtzuerhalten, sollte das Gebäude als Plattform für den Austausch von Daten zwischen verschiedenen künstlichen Intelligenzen dienen und stellt somit eine Infrastruktur im Kommunikationsbereich dar.

Im letzten Schritt besteht das Smart Building als autonomes Gebäude, indem ein Netzwerk aus künstlichen Intelligenzen kommuniziert und die Gebäudestrukturen und -funktionen individuell anpassen und steuern kann, damit eine Sicherheit aufrechterhalten wird und Ressourcen eingespart werden können, ohne dass dieses von Menschen direkt gelenkt und ausgeführt werden muss.

3. Beispiel eines Smart Buildings: The Edge in Amsterdam

Um die Bedeutung von Smart Building zu verdeutlichen, folgt nun ein kurzer Einblick in ein sehr bekanntes Smart Building aus Amsterdam – The Edge. Das Gebäude The Edge steht für höchste Nachhaltigkeit, Innovation und zukunftsorientierter Umgang mir Ressourcen. The Edge gibt es seit Ende 2014 mit einer Bürofläche von 40.000 Quadratmetern.

Solaranlage

Beginnend bei der Außenfassade entsteht eine Energieeffizienz aufgrund der hohen und umfangreichen Glasfronten an allen vier Wänden des Gebäudes. Diese lassen Sonnen- und Tageslicht optimal in die Räumlichkeiten, ohne das zwingend künstliches Licht benötigt wird. An der südlichen Fassade des Gebäudes befinden sich Solaranlagen, die das Sonnenlicht abspeichern und gleichzeitig auch als Schutz vor Temperaturüberhitzung und Lichtblendung dienen. Die gewonnene Energie wird intern zum beispielsweise Heizen, Aufladen oder zur Stromversorgung genutzt. Energiesparende LEDs im gesamten Gebäude regulieren den Lichtverbrauch, da diese auf Bewegung, Tageslicht und Temperatur reagieren und nur angehen, sobald sich jemand in einem Raum befindet und die Tageslichtverhältnisse zugleich eher dunkel sind. Auch in diesem Smart Building kann ähnlich wie bei einem Smart Home die Beleuchtung und das Klima individuell per App für den Arbeitsplatz eingestellt und verändert werden. Der Wasserverbrauch wird mithilfe von zwei Grundwasserbrunnen reguliert und ermöglicht auch, dass zum Beispiel nach einem regnerischen Tag das Regenwasser in das Gebäude befördert wird und zur Nutzung der Toilettenspülung verwendet werden kann.

4. Vor- und Nachteile von Smart Buildings

Die Vorteile von Smart Buildings sind ähnlich wie die Vorteile von Smart Homes. Durch bestimmte Techniken können effektiv Ressourcen genutzt, geschont und eingespart werden und jederzeit aktualisiert werden. Dabei im Vordergrund steht die Vernetzung von Sensorsystemen und Kontrollbasen, die Datenanalysen, Auswertungen und Veränderungen betreiben. Ganz ohne Unterstützung des Menschen. So können sich zum Beispiel die Rollläden an den hohen Glasfenstern eines Bürogebäudes herunterfahren, aufgrund der Bestimmung des Sonnenlichteinfalls und der Lichtintensität, die diesen Mechanismus umsetzen und ausführen. Dadurch wird Zeit und Tätigkeit erleichtert, die sonst jemand im Gebäude getätigt hätte und nun seine Zeit für etwas anderes nutzen kann.

Der Nachteil eines Smart Buildings ist der hohe Kostenaufwand, ein komplettes Gebäude mit allen notwendigen Techniken auszustatten und diese installieren zu lassen. Zudem könnte es durch den Datenverkehr zu Problemen mit dem Datenschutz der einzelnen Mitarbeiter kommen.

5. Fazit

Smart Buildings sind Innovationen, die in Zukunft vermehrt auftreten und den Alltag, Arbeitstag und auch das Einkaufen erleichtern sollen. Durch bestimmte Modelle und Projekte, die in diesem Bereich umgesetzt wurden, befindet sich Smart Building zurzeit noch in einer Art Testlauf und wird mit der Zeit immer mehr an Nachfrage gewinnen.

Wer zuhause in seinem privaten Bereich smarte Techniken ausprobieren möchte, der sollte Smart Home ausprobieren. Für die eigenen vier Wände lässt sich in diesem Bereich auch einiges umsetzen, um Energie zu sparen und Sicherheit zu gewährleisten. Zudem vereinfacht ein Smart Home-System den Alltag und den Haushalt und man selbst kann mit nur einer Basisstation und der dazugehörigen App alle Einstellungen steuern und regulieren.

Leuchtende Stadt auf einem Tablet

Bildquellen:

© vege – fotolia.com

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog und getaggt , .

Veröffentlicht am: 05.11.2018 | Autor: Rike Niemann

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