Rund um die Stromenergie ist die Nachhaltigkeit längst präsent. Im ersten Halbjahr dieses Jahres deckte der Strom aus nachhaltigen Quellen rund 44 Prozent des deutschen Stromverbrauchs ab. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum war dies ein Plus von 5 Prozent. Diese Zahlen belegen nicht allein das Vorhandensein des Angebots, sondern
auch, dass es zu mittlerweile fast fünfzig Prozent genutzt wird. Etliche Eigenheimbesitzer erhalten ihren Strom ebenfalls aus den erneuerbaren Energien, wünschen sich aber, ihrem Verbrauch allgemein mehr Nachhaltigkeit
zu verleihen. Anderer Hauseigentümer wünschen sich den Wechsel zu einem Ökostromanbieter. Doch wie gelingt das und welche Möglichkeiten bestehen?

Abbildung 1: Besonders nachhaltig ist die eigene Stromerzeugung durch Solarpanels – wer das nicht kann, hat jedoch die Möglichkeit, seinen Stromtarif auf Ökostrom umzustellen.

Echte Ökostromtarife wählen

Der erste Schritt zum Wechsel des Stromanbieters wird stets von einem Strompreisvergleich beschrieben. Bezüglich des Ökostroms gibt es, abhängig von der Vergleichsseite,
jedoch eine Hürde. Ökostrom ist kein völlig fest definierter und geschützter Begriff, sodass Verbraucher nach dem ersten Anbietervergleich selbst aktiv tätig werden sollten. Auf Stromvergleich.de werden entsprechende Anbieter ziemlich genau gekennzeichnet. Ansonsten gilt:

Anbieter aufrufen – besitzt der Anbieter eigene Anlagen, beispielsweise Wasserkraftwerke, Windparks oder Solarparks?

Siegel prüfen – dies ist ebenfalls eine Option, doch ist es notwendig, die Siegel zu verstehen. Einige Ökostromsiegel oder Auszeichnungen können nämlich
auch vergeben werden, wenn der Stromanbieter sich finanziell an erneuerbaren Projekten beteiligt. In diesem Fall erhält der Kunde einen Tarif über konventionellen Strom, über seinen Abschlag finanziert er jedoch
nachhaltige Projekte. Diese Tarife sind gewiss keine echten Ökostromtarife.

Abschluss – der Abschluss eines Ökostromvertrags ist ebenso einfach wie der eines konventionellen Stromzulieferervertrags. Verbraucher ist nur angeraten, die Konditionen
und den möglichen Bonus zu prüfen. Wird der Bonus erst nach einem Vertragsjahr fällig, ist dies negativer, als ein Bonus, der automatisch auf den monatlichen Abschlag angerechnet wird. Generell sollte ein Stromvertrag
stets eine kurze Kündigungsfrist von höchstens drei Monaten ausweisen.

Der sogenannte »grüne Strom« liegt preislich längst dicht beim Niveau des herkömmlichen Stroms. Wer aktuell noch den Grundversorgertarif nutzt oder einen alten
Stromvertrag besitzt, der dürfte durch den Wechsel trotz Ökostrom monatlich eine beträchtliche Summe einsparen.

Selbst Strom produzieren

Der Nachteil an dieser Möglichkeit ist, dass Eigenheimbesitzern zuerst Kosten entstehen. Dennoch gilt die eigene Solaranlage als das wichtigste Merkmal des nachhaltigen Eigenheims.
So wird sie beim Bau eines Niedrigenergiehauses gar gefordert. Die Photovoltaikanlage hat mehrere Vorteile:

Produktion – Eigenheimbesitzer können Strom selbst produzieren. Wenngleich die Einspeisevergütung in den nächsten Jahren sinkt, profitieren sie dennoch von
ihrem »eigenen« Strom.

Verbrauch – der selbst produzierte Strom kann im Haus verbraucht werden, der Überschuss wird eingespeist. Gerade eine Wärmepumpe oder die Energiezufuhr anderer
Heizungsanlagen können somit sichergestellt werden.

Ersparnis – umso mehr Strom selbst produziert und im Eigenheim verbraucht wird, desto geringer ist der externe Verbrauch. Das wirkt sich wiederum positiv auf die jährliche
Stromrechnung aus. Aber Vorsicht: Der Vertrag darf keine Mindestabnahmemenge enthalten. Diese setzt fest, dass ein Haushalt beispielsweise jährlich mindestens 2.000 Kilowattstunden Strom bezahlen muss, auch wenn diese
nicht verbraucht wurden.

Die Anschaffung einer Photovoltaikanlage wird staatlich gefördert. Eigenheimbesitzer sollten sich diesbezüglich unbedingt informieren und prüfen, welche Möglichkeiten
für sie bestehen. Zugleich lohnt es sich, die EU-Förderungen oder etwaige Förderungen des Bundeslands nachzuschlagen. Oftmals können verschiedene Förderkredite oder Fördermittel miteinander kombiniert
werden.

Verbrauch senken

Um die persönlichen Emissionen zu senken, ist es notwendig, über den eigenen Stromverbrauch nachzudenken. Eigenheimbesitzer sollten hier zuerst hingehen und sich die Jahresstromrechnungen der vergangenen Jahre anschauen. War der Wert stabil, ist er
gesunken oder gar gestiegen? Oftmals lässt sich so bereits ein Problem feststellen. Auch die Überlegung, ob veraltete Haushaltsgeräte ausgetauscht werden können, ist sinnvoll, doch gilt hierbei: Es ist
nicht nachhaltig, ein fünf Jahre altes, voll funktionstüchtiges Elektrogerät auszutauschen, nur weil in der Zwischenzeit ein noch verbessertes Energielevel herausgekommen ist. Vielfach lässt sich der Verbrauch jedoch sehr einfach senken:

Stromverbraucher finden – das ist unglaublich wichtig. In den meisten Haushalten finden sich Verbrauchsquellen, die auf den ersten Blick unerkannt bleiben. Mitunter können
dies defekte Steckdosen oder Leitungen sein. Diese aufzufinden, kann gar Kurzschlüssen vorbeugen.

Verhalten prüfen – eine beliebte Verbrauchsquelle ist die Waschmaschine. Wie wird sie benutzt? Ein ganz simpler Trick hilft, das Waschvolumen tatsächlich zu prüfen:
Der Wäschekorb wird auf die Personenwaage gestellt und gewogen. Die meisten Menschen beladen ihre Maschine mit zu wenig oder zu viel Wäsche. Ein anderes Augenmerk gilt den Waschprogrammen. Viele Ökoprogramme
verbrauchen zwar weniger Wasser, doch laufen sie über bis zu drei Stunden. Manchmal ist es sinnvoller, stattdessen Kurzwaschprogramme zu verwenden, die bis zu 60 Minuten dauern.

Abbildung 2: Es existieren viele Bereiche, in denen sich der Stromverbrauch regulieren lässt – dies trägt zur eigenen Nachhaltigkeit bei.

Beleuchtung – die Umstellung auf LED ist der perfekte Weg, um Emissionen und gleichzeitig Strom zu sparen. Zudem können Eigenheimbesitzer überlegen, ob sie ihre
Beleuchtung »smart« machen. Viele smarte Steckdosen oder andere Lösungen bieten ideale Beleuchtungsmuster, die zugleich komfortabel sind. So kann die Beleuchtung abhängig vom jeweiligen Sonnenuntergang
gesteuert werden. Soll beispielsweise die Beleuchtung im Eingangsbereich stets bei Sonnenuntergang eingeschaltet werden, übernimmt die smarte Steuerung nun die tägliche Zeitverschiebung.

Kühlschrank – die korrekte Befüllung des Kühl- und Gefrierschranks dient ebenso der Stromeinsparung. Ein Kühlschrank darf voll sein; nun steuern die Lebensmittel zur Einhaltung der Kühltemperatur bei. Der Gefrierschrank hingegen darf nicht prall gefüllt sein, da hier die Luft allein aufgrund der Anti-Frost-Funktion
zirkulieren muss. Ist die Gefriereinheit vereist, so sollte sie regelmäßig abgetaut werden. Schon ein Zentimeter Eis erhöht den Verbrauch merklich.

Inwieweit ein Haushalt Strom sparen kann, hängt natürlich vom bisherigen Verbrauch ab. Etliche Eigenheimbesitzer haben längst oder auch intuitiv Maßnahmen ergriffen,
sodass weitere Einsparungen nur noch schwer zu erreichen sind.

Fazit – Eigenheimbesitzer haben Optionen

Manchmal genügt bereits die Umstellung auf Ökostrom, um die persönliche Nachhaltigkeit voranzutreiben. Eigenheimbesitzer sollten dennoch über die Installation einer
Solaranlage nachdenken, da sie durch diese auch zum Teil unabhängig werden. Ein Stromausfall in der eigenen Straße fällt mit einer Solaranlage kaum ins Gewicht, sofern ein Speicher vorhanden ist. Nichtsdestotrotz
ist es in regelmäßigen Abständen wichtig, den eigenen Verbrauch zu überprüfen. Oft schleichen sich unbewusst Verbrauchsquellen ein, die kaum bemerkt werden: Bleibt das Smartphone eventuell auch nach
der Aufladung noch am Strom?

Bildquellen:
Abbildung 1: @ Vivint Solar / Unsplash.com
Abbildung 2: @ ANDY HYD / Unsplash.com

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog und getaggt , .

Veröffentlicht am: 31.10.2019 | Autor: Julius Hagen

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