Was bedeutet Vorfälligkeitsentschädigung?

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Vorfälligkeitsentschädigung ist die Entschädigung, die Sie Ihrer Bank zahlen müssen, wenn Sie ein Hypothekendarlehen vorzeitig kündigen. Haben Sie mit Ihrer Bank einen Darlehensvertrag geschlossen, ist regelmäßig eine bestimmte Laufzeit vereinbart. Sie dürfen sich darauf verlassen, dass die Bank das Darlehen nicht vorzeitig kündigt. Genauso darf sich die Bank darauf verlassen, dass auch Sie nicht vorzeitig aus dem Darlehensvertrag aussteigen wollen. Allerdings gewährt Ihnen das Gesetz mit einer Frist von sechs Monaten ein Kündigungsrecht, wenn seit der Auszahlung des Darlehens zehn Jahre vergangen sind (§ 489 BGB), ohne dass Sie eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen müssen. Außerdem gewährt das Gesetz ein vorzeitiges Kündigungsrecht, wenn Sie Ihre Immobilie verkaufen wollen. In diesem Fall müssen Sie aber der Bank eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen (§ 490 BGB). Ihre Beweggründe für den Verkauf sind egal. Auch wenn Sie nur eine günstige Gelegenheit zum Verkauf des Hauses nutzen wollen, muss die Bank zustimmen. Ihr Kündigungsrecht besteht allerdings nicht, wenn es Ihnen nur darum geht, den bestehenden Darlehensvertrag zu kündigen und einen neuen Darlehensvertrag zu günstigeren Zinskonditionen abschließen zu wollen. Die Vorfälligkeitsentschädigung bemisst sich danach, ob und welchen Schaden die Bank hat. Haben Sie beispielsweise einen Darlehenszins von 4 % vereinbart und kann die Bank das vorzeitig zurückgezahlte Geld wegen einer Niedrigzinsphase nur zu 2 % wieder verleihen, hat die Bank einen Zinsschaden von ci. 2 %. Diesen Schaden wird sie als Vorfälligkeitsentschädigung geltend machen. Allerdings spielen bei der Berechnung der Entschädigung noch weitere Faktoren eine Rolle. Sie sollten, wenn Sie die Abrechnung der Bank bekommen, diese rechtlich überprüfen lassen. Viele Abrechnungen haben sich als fehlerhaft erwiesen.

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