Abstandsfläche

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Abstandsfläche ist der Abstand eines Gebäudes zur Grenze des Nachbargrundstücks. Mit der Abstandsfläche soll verhindert werden, dass Gebäude unkontrolliert so nahe an das Grundstück des Nachbarn gebaut werden, dass dessen Grundstück und darauf stehende Gebäude übermäßig beschattet und optisch eingeengt werden. Auch der bestmögliche Brandschutz soll dadurch gewährleistet werden. Das Maß der Abstandsflächen ist in den jeweiligen Landesbauordnungen geregelt. Einheitliche Vorgaben gibt es nicht. Die Regelungen in den einzelnen Bundesländern sind teils sehr unterschiedlich. Auf jeden Fall müssen Gebäude einen Mindestabstand zur Nachbargrenze einhalten. Ausnahmen von der vorgeschriebenen Abstandsfläche sind dann möglich, wo eine Grenzbebauung nach planungsrechtlichen Vorschriften erlaubt ist (z.B., Reihenhaus, Garage) oder wo Gartenhäuser errichtet werden.

Abstandsflächen in Berlin

In der Landesbauordnung Berlin bestimmt § 6 BauO Bln die maßgeblichen Abstandsflächen und Abstände. Im Grundsatz heißt es: …“ Von den Außenwänden und Dächern von Gebäuden sind Abstandsflächen von oberirdischen Gebäuden freizuhalten“… Die Tiefe eine Abstandsfläche wird in Abhängigkeit von der Höhe der Wand berechnet. Sie beträgt mindestens 40 cm, mindestens aber 3 m. Zumindest der Mindestabstand von 3 m ist in allen Bundesländern weitgehend üblich. Bei der Bemessung der Abstandsflächen bleiben vor die Außenwand hervortretende Bauteile (Gesimse, Dachüberstände) und Vorbauten außer Betracht, wenn diese nicht mehr als ein Drittel der Breite der Außenwand in Anspruch nehmen und nicht mehr als 1,50 m vor diese Außenwand hervortreten sowie mindestens 2 m Abstand zur gegenüberliegenden Nachbargrenze einhalten.

Ausnahmen

Sollen eine Garage oder ein Gartenhaus gebaut werden, bestimmt § 6 Abs. VIII S. 1 BauO Bln: … „In den Abstandsflächen eines Gebäudes dürfen Garagen und Gebäude ohne Aufenthaltsräume (Gartenhaus) gebaut werden, wenn sie eine mittlere Wandhöhe bis zu 3 m und eine Gebäudelänge einschließlich Dachüberstand je Grundstücksgrenze von 9 m sowie eine maximale Dachneigung von 45 Grad einhalten.“ Je nach Bundesland gibt es Abweichungen zu beachten. Sieht die Bauleitplanung der Gemeinde eine Reihenhausbebauung vor, muss sogar auf die Grenze gebaut werden. Gleiches gilt, wenn der Nachbar bereits auf die Grenze gebaut hat und ein Anbau erfolgt.

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