Grundbuchblatt

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Dokumente unter der LupeJedes Grundstück wird im Grundbuch erfasst. Für jedes Grundstück wird ein Grundbuchblatt angelegt. Das Grundbuchblatt besteht aus mehreren, mit Aufdruck versehenen Seiten.

1. Die erste Seite ist das Deckblatt. Dort steht, auf welche Gemeinde sich das Grundbuch bezieht (Grundbuch von Ricklingen-Hanweiler) und wo das Grundstück im Grundbuch erfasst ist (Bd. 3, Blatt 86). Seitdem die Grundbücher elektronisch geführt werden, findet sich auch der Hinweis, dass dieses Blatt zur Fortführung auf EDV umgestellt wurde und dabei an die Stelle des bisherigen Blattes getreten ist. Wird das Grundbuchblatt dann aus der EDV auf Papier ausgedruckt, erscheint es so, wie man es seit jeher kennt.

2. Im Folgenden Bestandsverzeichnis wird das betroffene Grundstück bezeichnet. Grundstück ist der Teil der Erdoberfläche, der im Grundbuch als selbstständiges Grundstück erfasst ist. Gebäude, die auf dem Grundstück errichtet sind, gehören als wesentlicher Bestandteil zum Grundstück. Sie sind nicht Gegenstand besonderer Rechte.

Grundbuchblatt – Beispiel

(nicht vollständig)
Amtsgericht Saarbrücken
Grundbuch von Rilchingen-Hanweiler

Lfd.Nr. Gemarkung Flur Flurstück Wirtschaftsart und Lage Größe a m²
1 Hanweiler 6 205/2 Hof-& Gebäudefläche Ensheimer Str. 20a 45m²

Eine Sonderform des Eigentums bildet das Wohnungs– und Teileigentum nach dem Wohnungseigentumsgesetz. Für jede Wohnungs- oder Teileigentumseinheit wird ein besonderes Grundbuchblatt angelegt. Im Bestandsverzeichnis wird das Grundstück nach der Gemarkung und Flurstücksnummer bezeichnet. Diese Bezeichnungen werden aus dem Liegenschaftskataster entnommen, das bei den Gemeinden geführt wird. Veränderungen im Kataster übernimmt das Grundbuchamt in das Grundbuch.

3. Neben dem Bestandsverzeichnis hat das Grundbuch Blatt drei Abteilungen.

Abteilung I

In Abteilung I wird der Name des Eigentümers eingetragen. Sind mehrere Personen Eigentümer, werden alle Eigentümer namentlich benannt und auch das Anteils- oder Gemeinschaftsverhältnis eingetragen. Handelt sich um eine Bruchteilsgemeinschaft (z.B. bei Eheleuten) oder eine Erbengemeinschaft, wird auf diesen Umstand verwiesen. Außerdem wird die Grundlage der Eintragung (z.B. Erbschein vom 2.2.2014, Az. 18 VI 2016/15 Amtsgericht Saarbrücken) vermerkt.

Abteilungen II und III

Belastungen werden in Abteilungen II und III vermerkt. Für die wichtigsten Belastungen (Grundpfandrechte) besteht eine besondere Abteilung III. Hier werden Hypotheken und Grundschulden oder Rentenschulden eingetragen. Alle anderen Belastungen stehen in Abteilung II. Eintragungsfähig sind nur Rechte, die das Sachenrecht des BGB erlaubt. Neben den Grundpfandrechten gibt es die Dienstbarkeit, Nießbrauch, Reallast und das Vorkaufsrecht, die gleichfalls in Abteilung II eingetragen werden.

Auch Beschränkungen in der Verfügungsmacht des Eigentümers wie ein Testamentsvollstreckervermerk oder der Zwangsvollstreckungsvermerk sind hier ersichtlich. Die Rechte der Abteilungen II und III stehen untereinander in einem Rangverhältnis. Der Rang kommt vor allem bei der Zwangsversteigerung zum Tragen. Dann werden die Rechte mit besserem Rang vorrangig berücksichtigt, nachrangige Rechte fallen dann oft aus.

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