Grundstücksmarktbericht

Grundstücksmarktberichte informieren über das Geschehen auf den Immobilienmärkten. Grundlage ist das Zahlenmaterial der Gutachterausschüsse für Grundstückswerte, insbesondere die Kaufpreissammlungen. Auch für den Immobilienmarkt in Berlin gibt der Gutachterausschuss für Grundstückswerte in Berlin jedes Jahr einen Grundstücksmarktbericht heraus. Seit 2015 heißt der Bericht offiziell „Immobilienmarktbericht“. Die Immobilienmarktberichte der Gutachterausschüsse sind auch Grundlage für die Immobilienmarktanalysen privater Institute (z.B. GEWOS).

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Der Immobilienmarktbericht Berlin 2016/2017 verzeichnete mit 16,4 Milliarden Euro Geldumsatz den zweithöchsten Umsatz seiner Geschichte. Zwar ging die Anzahl der erfassten Kauffälle um 7 % zurück, was aber aller Voraussicht nicht auf eine mangelnde Nachfrage, sondern darauf zurückzuführen ist, dass das Angebot an verfügbaren Immobilien sinkt. Grundlage der Immobilienmarktberichte sind die Daten der Kaufpreissammlungen. Nach § 195 BauGB sind die Notare verpflichtet, jeden Kaufvertrag, mit dem das Eigentum an einem Grundstück übertragen wird, in Kopie dem örtlich zuständigen Gutachterausschuss zu übersenden. Die Gutachterausschüsse werten die Kaufverträge aus und erfassen sie in den Kaufpreissammlungen. Die Kaufpreissammlungen sind für jedermann einsehbar und können in Berlin in der „Automatisierten Kaufpreissammlung Berlin“ oder schriftlich auf einem dafür vorgesehenen Formular eingesehen werden.

Grundstücksmarktbericht Berlin

In Berlin wurden im Jahr 2016: 32.724 Kauffälle mit einem Gesamtvolumen von 16,4 Milliarden Euro erfasst. Der Umsatz auf dem Teilmarkt für unbebaute Grundstücke ging um 9 % auf 1.528 Kauffälle und bei bebauten Grundstücken um 8 % auf 4.513 Kauffälle zurück. Der Rückgang beim Wohnungs- und Teileigentum betrug mit 26.683 Kauffällen 7 %. Es besteht eine anhaltende Nachfrage nach Baugrundstücken insbesondere zur Errichtung von Ein- und Zweifamilienhäusern, mit der Konsequenz, dass sich die Bodenrichtwerte zum 1.1.2017 um durchschnittlich 20 % angehoben haben. Die höchsten Kaufpreise für Ein- und Zweifamilienhäusern wurden im Ortsteil Grunewald mit 7.074 €/m² Wohnfläche erzielt.

Der mittlere Kaufpreis betrug 2.521 €/m² und lag 12 % über dem Vorjahreswert. Der mittlere Kaufpreis für Eigentumswohnungen lag bei 3.204 €/m² Wohnfläche und um 12 % über dem Vorjahreswert. Innerstädtisch sind immer wieder Ausreißer zu verzeichnen, wenn beispielsweise am Brandenburger Tor für einen Neubau 30.000 €/m² Wohnfläche oder für ein Villengrundstück im Ortsteil Wannsee 7,8 Millionen Euro bezahlt werden. Die Anzahl der Zwangsversteigerungsverfahren ist um 22 % auf 267 Fälle angestiegen.

Paketverkäufe, in denen mehrere Immobilien gleichzeitig verkauft werden, prägen immer wieder den Gesamtumsatz. Derartige Verträge werden nur anhand weniger Grunddaten ausgewertet. Zwar zählt jede einzelne Immobilie eines Pakets umsatzmäßig als ein eigener Kauffall. Ihre Erfassung scheidet oft daran, dass die Kaufpreise nicht getrennt ausgewiesen werden und im Rahmen von Unternehmensverkäufen (Share Deal) keine Verpflichtung besteht, den Kaufvertrag an den Gutachterausschuss zu übersenden.

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