Grundbuchauszug

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Wird ein Grundstück oder eine Immobilie verkauft, sollte der Verkäufer zur Vorbereitung der Beurkundung des notariellen Kaufvertrages einen Grundbuchauszug einholen. Auch der Kaufinteressent sollte möglichst Einblick in das Grundbuch nehmen. Gegebenenfalls kann der Notar beauftragt werden, das Grundbuch einzusehen und einen Grundbuchauszug zu beschaffen. Jedes Grundstück wird im Grundbuch mit einem eigenständigen Grundbuchblatt erfasst. Alle für die im Kaufvertrag erforderliche Bezeichnung des Grundstücks wesentlichen Angaben sind aus dem Grundbuchauszug ersichtlich.

Einsichtsrecht in das Grundbuch

Nach § 12 GBO ist jedem gestattet, das Grundbuch einzusehen, der ein berechtigtes Interesse darlegt. Auch derjenige, der ein ernsthaftes Kaufinteresse darlegt, darf das Grundbuch einsehen und einen Grundbuchauszug verlangen. Bloße Neugierde genügt nicht. Wer Einsicht nimmt, kann eine Abschrift fordern. Die Abschrift ist auf Verlangen zu beglaubigen. Die Erteilung eines Grundbuchauszugs ist gebührenpflichtig. Auch wenn die Grundbücher in den Bundesländern meist zentralisiert bei einem Amtsgericht geführt werden, sollte die Einsichtnahme in das Grundbuch und die Erteilung eines Grundbuchauszuges nach wie vor bei jedem örtlichen Amtsgericht weiterhin möglich sein. Da die Grundbuchakten seit einiger Zeit elektronisch geführt werden, kann eine Einsicht in die vom Grundbuchamt weiter aufbewahrten Originalakten nicht mehr verlangt werden (§ 12b GBO).

Inhalt des Grundbuchauszugs

Ein Grundbuchauszug besteht aus der Aufschrift (Deckblatt), dem Bestandsverzeichnis und drei Abteilungen. Im Deckblatt steht das grundbuchführende Amtsgericht, der Grundbuchbezirk und die Nummer des Bandes und des Blattes. Die Angaben dienen der Identifizierung des Grundstücks. Im Bestandsverzeichnis wird das Grundstück nach Gemarkung, Flur und Flurstücksnummer bezeichnet und die Grundstücksfläche benannt. In Abteilung I ist der Name des Eigentümers vermerkt. Gibt es mehrere Eigentümer, wird das Anteils- oder Gemeinschaftsverhältnis eingetragen (z.B. Eheleute in Bruchteilsgemeinschaft, Herren A, B und C in Erbengemeinschaft). In Abteilung II stehen alle Belastungen des Grundstücks, die nicht in Abteilung III einzutragen sind. Sollte der Verkäufer das Grundstück bereits verkauft haben, wäre hier eine Auflassungsvormerkung zugunsten des Erwerbers ersichtlich. Ferner sind hier Wohnungsrecht eingetragen sowie Zwangsversteigerungs- oder Zwangsverwaltungsvermerke. Abteilung III enthält eingetragene Grundpfandrechte (z.B. Grundschuld).

Öffentlicher Glaube des Grundbuchs

Grundbücher genießen „öffentlichen Glauben“. Derjenige, der das Grundbuch einsieht, darf sich darauf verlassen, dass alles, was im Grundbuch eingetragen ist, als richtig vermutet wird (§ 892 BGB). Der öffentliche Glaube begründet sich auf den Grundsätzen des Grundbuchrechts, wonach Grundbücher vollständig, übersichtlich und zuverlässig geführt werden.

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