Smart Homes sind die intelligenten und vernetzten Zuhause der Zukunft. Moderne Gebäudetechnik ist heutzutage ein gern gesehenes Plus bei der Vermietung oder dem Verkauf von Immobilien. Das ist nicht verwunderlich, bietet ein intelligentes Zuhause doch wesentlich mehr Komfort und andere Annehmlichkeiten, die den Bewohnern das Leben erleichtern und darüber hinaus Kosten sparen. Im Zuge einer Renovierung oder eines Neubaus kann es sich also durchaus lohnen, intelligente Technologien in die Planung miteinzubeziehen und das muss gar nicht besonders aufwendig sein.

Von der Heizung über Lampen und Stromanschlüsse bis hin zu Bewegungsmeldern, Gegensprechanlagen sowie Fenstern und Türen: Smarte Technologien verbinden verschiedene elektrische Gegenstände des täglichen Gebrauchs miteinander und schaffen so ein großes Netzwerk aus Geräten, Schaltern und Sensoren. Das hat für Bewohner viele Vorteile: Zum einen lassen sich durch eine automatisierte Regelung von Heizung, Klimaanlage, Lüftung und Co erhebliche Energiekosten einsparen. Zum anderen erhöhen smarte Technologien die Sicherheit, indem sie beispielsweise Rauch- oder Bewegungsmelder und die Gegensprechanlage mit Videofunktion mit dem Handy vernetzen.

Laut einer Umfrage des Immobilienverbands Deutschland (IVD) sind schon heute rund 37 Prozent der Immobilienkäufer an smarten Technologien interessiert, bei den Mietern sind es immerhin 23 Prozent. Das bedeutet im Umkehrschluss: Wer seine Immobilie mit Smart Home Funktionen ausstattet, trägt zu einer Wertsteigerung derselben bei und macht sie noch attraktiver für Mieter und Käufer.

Smart Home im Neubau

Wie der IVD in seinen Umfrageergebnissen mitteilt, sind Technologien zur Heizungs- und Temperatursteuerung am stärksten nachgefragt, gefolgt von einer vernetzten Unterhaltungselektronik und einer Steuerung der Rollladen. Auch Technologien, die die Sicherheit erhöhen, sind äußerst beliebt. Die gute Nachricht: Viele dieser smarten Funktionen lassen sich ganz einfach umsetzen und sind sogar recht günstig.

Was Immobilienbesitzer allerdings beachten sollten: Viele Smart Home Lösungen sind explizit auf eine Umsetzung in Neubauten ausgelegt. Aus diesem Grund können neue Immobilien meist recht einfach mit intelligenten Technologien ausgestattet werden, sofern diese schon bei der Planung entsprechend berücksichtigt werden. Smart Homes machen oftmals viele Vorkehrungen notwendig, die bei herkömmlichen Neubauten nicht notwendig sind. Von der Verkabelung über passende Schnittstellen bis hin zu einer zentralen Steuerung: Wer smart bauen will, sollte dies unbedingt schon bei der Planung miteinbeziehen.

Bestehende Immobilien mit smarten Technologien nachrüsten

Funktechnologien für intelligente Regelungen

Doch smarte Technologien lohnen sich nicht nur für den Neubau: Meist ist die Nachrüstung bestehender Immobilien zwar etwas aufwendiger als die direkte Umsetzung bei einem Neubau. Doch mittlerweile existieren auf dem Markt viele Lösungen, die keine Renovierung erforderlich machen, sondern die stattdessen auf Funk-, WLAN- oder Bluetooth-Technologien setzen. Dadurch kann auch bei älteren Häusern und Wohnungen einfach und kostengünstig eine gewisse Wertsteigerung erzielt werden.

Das Eigenheim smart gesteuert: Das muss sich nicht zwangsläufig auf Neubauten beschränken. Auch bei bestehenden Immobilien lohnt sich eine Aufrüstung. Foto: fotolia.com – ©Tiberius Gracchus (#187234878)

Gerade die bei Käufern und Mietern besonders beliebten Heizungs- und Temperaturregelungsfunktionen können auch bei Altbauten ohne großen Aufwand nachgerüstet werden. So können beispielsweise Heizkörper oder Fußbodenheizungen ganz einfach mit entsprechenden Funkreglern ausgestattet werden, was eine intelligente Heizungssteuerung ermöglicht. Viele Lösungen können nicht nur auf An- und Abwesenheitszeiten der Bewohner reagieren, sondern darüber hinaus auch mit der Wettervorhersage oder mit Fenstersensoren vernetzt werden, um ein optimales Heizergebnis zu erzielen. Das bietet nicht nur zusätzlichen Komfort, sondern spart darüber hinaus auch erhebliche Energiekosten ein.

Lichtschalter können ebenfalls per Funktechnologie oder via Bluetooth vom Handy aus oder mit einer Fernbedienung gesteuert werden und machen dadurch keine großartigen Umbauten erforderlich. Oft lässt sich mithilfe dieser externen Technologien sogar eine bislang nicht vorhandene Dimm-Funktion umsetzen. Funkgesteuerte Steckdosen erlauben es darüber hinaus, weitere Geräte wie den Fernseher oder die Kaffeemaschine mit verschiedenen Einstellungen zu vernetzen und zu steuern. Häufig bieten diese Funksteckdosen sogar zusätzliche Funktionen wie ein eingebautes Thermostat oder eine Messfunktion für den Stromverbrauch. Dadurch lassen sich weitere Energieeinsparungen erzielen.

Smarte Rollläden und mehr Sicherheit

Sofern die bestehende Immobilie bereits über elektrische Rollläden verfügt, können diese ganz einfach zu einer smarten Lösung aufgerüstet werden. Ist in der Immobilie hingegen kein Stromanschluss für die Außenjalousien vorhanden, ist eine Nachrüstung meist wenig rentabel und sollte bezüglich einer etwaigen Wertsteigerung eher nicht berücksichtigt werden. Die Kosten übersteigen den Nutzen in diesem Fall meist erheblich. Im Zweifelsfall hilft bei dieser Frage ein Fachmann weiter, der die Gegebenheiten vor Ort besichtigt und den Aufwand, den eine Nachrüstung verursachen würde, einschätzen kann.

Ein Vorteil von smarten Technologien am Haus ist eine Kontrolle über die Immobilie per Smartphone. Foto: fotolia.com ©Stanisic Vladimir (#205515133)

Hingegen wieder recht einfach und ohne Hilfe einer Fachkraft nachzurüsten sind verschiedene Sicherheitsfunktionen für das Zuhause. Smarte Wasser- oder Rauchmelder werden beispielsweise häufig mit dem WLAN vernetzt und informieren den Bewohner im Brandfall oder bei einem Wasserschaden per Push-Nachricht auf dem Smartphone. Gleiches gilt für batteriebetriebene Bewegungsmelder oder Kamerasysteme, die ein Videobild auf das Handy übermitteln. Dadurch kann der Bewohner des Smart Homes schnell reagieren und größere Schäden vermeiden.

Komplettpakete vs. einzelne Lösungen

Als Immobilienbesitzer, der sich zum ersten Mal mit der Thematik rund um Smart Home auseinandersetzt, stellt sich schnell die Frage, auf welche Technologie gesetzt werden soll: Sind kostengünstige Einzellösungen verschiedener Hersteller sinnvoller für den Start ins intelligente Zuhause oder sollte man eher von Anfang an auf ein meist etwas teureres Komplettpaket eines einzelnen Anbieters setzen?

Diese Frage ist relativ einfach zu beantworten: Obwohl die beschriebenen Funktionen den zukünftigen Bewohnern trotz geringer Kosten zahlreiche Annehmlichkeiten bieten und sehr schnell nachgerüstet sind, sind sie als Einzellösung häufig nicht die beste Option. Es wird zwar kein Komplettpaket benötigt, um die beschriebenen Funktionen umzusetzen, doch in Hinblick auf die Wertsteigerung sind sie verbesserungswürdig. Denn das Problem an diesen Einzeltechnologien ist ganz einfach: Wer später das komplette Haus oder die komplette Wohnung miteinander vernetzen möchte, tut gut daran, sich von Anfang an auf die Lösungen eines einzelnen Herstellers zu konzentrieren. Dies liegt ganz einfach an den zahlreichen konkurrierenden Standards, die auf dem Smart Home Markt etabliert sind. Geräte verschiedener Hersteller sind untereinander häufig nicht kompatibel, wodurch sie an Funktion einbüßen und sich unter Umständen gegenseitig in die Quere kommen.

Sofern also noch keine Smart Home Lösung in der Immobilie umgesetzt wurde, ist es sinnvoll, sich für ein Komplettpaket eines Herstellers statt für viele Einzellösungen zu entscheiden. Die Komplettlösung kann dann systematisch mit anderen Angeboten des jeweiligen Herstellers erweitert werden, sofern Bedarf besteht. Hierbei ist es sinnvoll, sich auf einen Anbieter festzulegen, dessen Produkte zu vielen anderen Anbietern kompatibel. Dadurch lässt sich häufig ein größerer Funktionsumfang erzielen. Wer also eine langfristige Wertsteigerung im Sinn hat, tut gut daran, sich zunächst auf ein Komplettpaket eines Herstellers festzulegen.

Viele Anbieter verkaufen außerdem Starterpakete, die den Einstieg ins Smart Home erleichtern. Das ist vor allem für Laien vorteilhaft, die sich bislang kaum mit dieser Thematik beschäftigt haben. Diese Startpakete bestehen in vielen Fällen aus einer Basisstation, die zentral für die Steuerung aller einzelnen Funktionen zuständig ist. Darüber hinaus sind je nach Anwendungszweck oft weitere Technologien wie etwa Tür- und Fenstersensoren, Temperatur- und Heizungsregelung, Steckdosen, Rauch- und Bewegungsmelder oder Lampen in das Basispaket integriert.

Selbst Immobilienbesitzer ohne Smart Home Erfahrung können viele Lösungen mit einem Starterpaket nach nur kurzer Recherche selbst umsetzen und sparen sich so möglicherweise den Umweg über eine häufig recht kostenintensive Beratung bei einem Fachmann. Dennoch gibt es Fälle, in denen eine solche Konsultation durchaus sinnvoll ist. Hier muss im Einzelfall entschieden werden, ob die Lösungen selbst oder von einem Profi umgesetzt werden sollen.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem externen Redakteur Jonas de Luca.

Bildquelle Titelbild: fotolia.com © goodluz (#184558964)

Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog und getaggt , .

Veröffentlicht am: 21.12.2018 | Autor: Julius Hagen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.