Einen Umzug innerhalb einer Stadt stellt kaum Jemanden vor ernste Probleme. Die wahre Kunst liegt im koordinierten Umzug in eine andere Stadt, die eventuell sogar in einem anderen Bundesland liegt. Wer sich vorab nicht genau Gedanken über den Ablauf des Umzugs und aller Eventualitäten macht, wird am Tag des Umzugs auf größere Probleme stoßen. Mit den folgenden Tipps und Hilfestellungen soll dies verhindert werden.

Die Gründe für einen Umzug sind mannigfaltig. Der Großteil der Deutschen wechselt den Wohnort, um mit dem Lebenspartner zusammenzuziehen. Immerhin 34 Prozent der Bundesbürger geben laut Statista-Umfragen an, der Liebe wegen die eigene Wohnung aufzugeben und einen gemeinsamen Start in neuen vier Wänden zu wagen. Dem gegenüber stehen nur 20 Prozent der Bundesbürger, die durch eine Trennung eine neue Bleibe suchen.

Fast ein Viertel (24 Prozent) aller Deutschen wechselt den Wohnort aufgrund einer neuen beruflichen Tätigkeit. Damit steht der Jobwechsel und der damit einhergehende Umzug an zweiter Stelle der Gründe für einen Umzug, knapp gefolgt vom Einzug in eine eigene oder schönere Immobilie. Auf dem letzten Platz der Gründe für einen Umzug liegt der Kostenfaktor. Nur sieben Prozent geben an, aus negativen finanziellen Gründen einen Umzug durchzuführen.

Was auch immer der Grund für den Umzug sein mag, die Wohnraum-Veränderung bedeutet Stress und ist mit zahlreichen Kosten verbunden. Diese sind umso größer, je weiter die Entfernung zur neuen Wohnung ist. Deshalb sollte jeder frühzeitig ein paar Überlegungen anstellen und verschiedene Tipps berücksichtigen, um die Ausgaben im Rahmen zu halten. Denn von der Wahl der passenden Wohngegend, über den Umgang mit Renovierungen oder der Kaution bis hin zur Organisation eines geeigneten Transports lässt sich viel Geld sparen.

Vor dem Umzug: Renovierung und Gestaltung der neuen Wohnung

Ist die Wohnung bereits gewählt und der Mietvertrag unterschrieben, steht vor dem Umzug die Planung und Umgestaltung der neuen Wohnung an. Besonders notwendige Renovierungsarbeiten stehen im Fokus. Wände, die nicht dem eigenen Farbgeschmack entsprechen, müssen verändert, eventuell sichtbare Löcher geschlossen werden. Die Wohnung muss einen Zustand erreichen, der einen Umzug rechtfertigt. Niemand hat die Lust und Muse, nach einem kräftezehrenden Umzug noch Renovierungsarbeiten durchzuführen, aus diesem Grund geschieht dies vorab.

Ebenfalls wichtig und essentiell für den Umzug ist die Planung und Lieferung der Küche. In den seltensten Fällen wird die alte Küche aus der Wohnung ausgebaut, in eine andere Stadt gefahren und baugleich wieder installiert. Wer vom ersten Tag des Umzugs in der eigenen Küche dinieren möchte, muss sich mindestens acht Wochen vor dem Umzug um eine neue Küche bemühen. Im Idealfall lässt sich die Lieferung der Küche am Tag des Umzugs eintakten.

Vor dem Umzug lohnt sich der Einbau häufig nicht, weil ein weiterer Fahrweg entstehen würde, um die Handwerker in die Wohnung zu lassen. Aus diesem Grund sollte der Tag des Umzugs mit dem Tag des Kücheneinbaus koordiniert werden.

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Bevor Wände gestrichen werden, sollten sich Mieter darüber informieren, ob überhaupt ein Renovierungsgrund vorliegt.

Nach dem Abschied aus der alten Stadt: Umzugsreste entfernen

Wer in der alten Stadt noch Verwandte oder Freunde hat, sollte diese bereits frühzeitig darum bitten, sich um die Beseitigung der Umzugsreste zu kümmern. Dazu zählen ausgelegte Teppiche zum Schutz des Bodens ebenso wie die Entfernung voller Müllsäcke, die während des Umzugs anfielen.

Ebenfalls von Interesse für den ehemaligen Vermieter wird der Zustand der Wohnung sein, die man verlassen hat. Zwar hat das Mietrecht in den letzten Jahren einige Zugeständnisse an Mieter gegeben, um besonders Auszüge zu erleichtern, doch ein Freifahrtschein für eine abgenutzte Wohnung ist dies nicht. Aus diesem Grund gilt es, Altlasten der Wohnung zu entfernen und für eine saubere Übergabe zu sorgen.

Ein besonderes Augenmerk legen Vermieter auf Bohrlöcher und zählen diese bei der Übergabe penibel durch. Stimmt die Angabe nicht mit dem Einzugsbogen überein, kann der Vermieter die Beseitigung der Bohrlöcher veranlassen. Da dies jedoch häufig erst nach dem Auszug auffällt, hilft eine Vertrauensperson in der alten Stadt, die eigenen Interessen gegenüber dem Vermieter zu vertreten und eventuelle Renovierungsarbeiten durchzuführen. Es ist vielleicht nicht zwingend notwendig, eine Vertrauensperson einzuführen, jedoch lindert es den Umzugsstress enorm, wenn man sich nicht mehr um die alte Wohnung kümmern muss.

Für den Umziehenden bedeutet diese Maßnahme, dass er sich voll und ganz auf das neue Abenteuer einlassen kann, ohne noch häufig in die alte Stadt zu fahren, um etwaige Probleme zu beseitigen. Das spart Nerven und bares Geld. Es sollte jedoch nicht vergessen werden, die Person des Vertrauens für ihre Arbeit zu entlohnen.

Umzugsunternehmen oder Privatfahrt?

Spätestens mit dem Überblick über die eigenen Möbel- und Güterbestände kommt die Frage auf, ob der Umzug lieber privat durchgeführt oder durch ein professionelles Umzugsunternehmen koordiniert werden soll. Die Antwort auf die Frage ist nur schwer zu beantworten, jedoch gibt es einige Hinweise, wann ein Umzugsunternehmen die richtige Wahl ist.

Ein Faktor ist die Zeit: Während man klassisch mit Freunden den Umzug einer Wohnung gut an einem Samstag stemmen kann, benötigt die Vorbereitung einiges mehr an Zeit. Bücherkisten wollen gepackt, Möbel auseinandergebaut und Kleinkram verstaut werden. Das frisst mehrere Tage bis Wochen. Ähnlich wie die Entlastung bei der Suche nach den neuen vier Wänden durch die professionelle Unterstützung eines Maklers, kann auch beim Umzug selbst qualifizierte Hilfe einiges erleichtern.

Das Umzugsunternehmen, als professionelle Instanz des Umzugs, verkürzt den eigenen Aufwand enorm. Zwar wird man nicht umher kommen, Besteck und Wäsche in Kisten zu verstauen, doch spätestens beim Abbau von Möbeln und dem sinnvollen Verstauen der Umzugsgüter, spielt das Unternehmen seine Stärke aus. Innerhalb weniger Stunden ist aus dem Umzugschaos der eigenen Wohnung ein vollgepackter Transporter geworden, der sich auf den Weg in die neue Stadt macht. Die Zeitersparnis ist enorm.

Ein Umzugsunternehmen ist zwar deutlich teurer als ein privat organisierter Umzug, doch es gibt besondere Möglichkeiten, die diesen Weg rechtfertigen. Viele Firmen zahlen beispielsweise neuen Mitarbeitern die Umzugskosten in die neue Stadt. Sollte dies nicht bei der ersten Verhandlung mit dem neuen Arbeitgeber zur Sprache kommen, lohnt es sich in Folgegesprächen auf die Möglichkeit aufmerksam zu machen. Mitunter übernehmen einige Unternehmen die kompletten Kosten für den Umzugsdienst, um neuen Mitarbeitern den Start in der neuen Stadt so angenehm wie möglich zu gestalten.

Dabei spielt es im Übrigen keine Rolle, ob der Lebenspartner ebenfalls in dem Unternehmen arbeitet. Alle in der Wohnung befindlichen Möbelstücke werden transportiert und der Transport finanziert. Gibt der Arbeitgeber diese Option nicht heraus, gibt es immer noch die Möglichkeit der steuerlichen Begünstigung. Alle Arbeitsstunden der professionellen Umzugshelfer können steuerlich geltend gemacht werden.

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Die meisten Umzugsunternehmen stellen als Dienstleister Kartons zur Verfügung, die vom Auftraggeber befüllt werden sollen.

Der finale Faktor ist der Stress: Ein professionelles Umzugsunternehmen weiß genau, wie lange ein Umzug dauert und kalkuliert die Zeit in einem Vorgespräch. Im Gegensatz dazu kann ein privater Umzug gut und gern einen ganzen Tag einnehmen, an dem man nichts Anderes macht, als die Freunde und Verwandten zu koordinieren. Wer nicht sonderlich stressresistent ist, sollte auf jeden Fall ein Umzugsunternehmen buchen.

Übrigens: Ist die Wohnung noch nicht bezugsbereit, die alte Wohnung jedoch schon gekündigt, können Umzugsunternehmen Möbel einlagern, um dem Kunden etwas Zeit zu verschaffen.

Neue Stadt, neue Bürokratie

Kaum ein Bürger hält sich gern in Ämtern auf. Und doch ist es nach dem Umzug notwendig, den Wohnsitz ändern zu lassen und alle Behörden über den neuen Wohnort zu informieren. Glücklicherweise muss nicht jeder Gang von jeder Person einzeln erledigt werden. So ist es in den meisten Bundesländern möglich, den Wohnsitz von einer betrauten Person ummelden zu lassen – solange diese eine Vollmacht besitzt.

Aber Achtung: In Bayern und Hessen muss diese Vollmacht beglaubigt sein. Ist dies nicht der Fall, dürfen die Mitarbeiter der Bürgerämter die Ummeldung nicht vornehmen. Übrigens sollten die neuen Einwohner der Stadt nicht zu lange auf die ersten Behördengänge warten. Je nach Wohnort kann ein Ordnungsgeld von bis zu 500 Euro Höhe verhängt werden, wenn die Ummeldung nicht innerhalb der ersten zwei Wochen nach dem Umzug geschieht.

Findet der Umzug innerhalb Deutschlands statt, muss außerdem keine Abmeldung beim alten Einwohnermeldeamt erfolgen. Die Behörden informieren sich untereinander über An- und Abmeldungen. Einzig beim Umzug ins Ausland muss eine Abmeldung des Wohnsitzes erfolgen. Sind die bürokratischen Formalitäten erledigt, ist der Umzug in die neue Stadt hoffentlich komplett abgeschlossen.

Dieser Artikel entstand in Kooperation mit dem externen Redakteuer Alexander Zweig.

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Dieser Eintrag wurde veröffentlicht am Blog und getaggt .

Veröffentlicht am: 24.09.2018 | Autor: Julius Hagen

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