Veröffentlicht am: 14.04.2022 | Author: Julius Hagen

Wie nachhaltig sind erneuerbare Energien wirklich?

Es ist eines der großen Themen unserer Zeit – der Klimawandel und alle damit verbundenen Probleme. Dass ein nachhaltiger Lebensstil die wohl einzige Möglichkeit ist, die Gefahren des Klimawandels für die heute junge Generation in den nächsten Jahrzehnten zu reduzieren, darauf machen uns Wissenschaftler und Klimaaktivisten schon seit Jahren aufmerksam – manche sogar schon seit Jahrzehnten.

Leider ist das Bewusstsein dafür, dass es sich dabei nicht nur um das leere Gerede von Weltuntergangspropheten handelt, sondern um fundierte wissenschaftliche Erkenntnisse, erst sehr spät in der breiten Bevölkerung angekommen. Umso mehr versteht es die Wirtschaft, in den letzten Jahren Kapital aus den Sorgen und Anstrengungen der Bevölkerung zu schlagen. Denn immer mehr Menschen achten ganz bewusst darauf, ihren Alltag und ihr Leben nachhaltiger zu gestalten.

Dabei verlassen sich nicht wenige erst einmal auf das, was im Allgemeinen kommuniziert wird. Ökostrom klingt nach einer deutlich besseren Alternative als der Strom aus Kohlekraftwerken. Ein weiteres Beispiel für ein solch wohlklingendes Schlagwort ist der Begriff „erneuerbare Energie“.

Doch wie viel Nachhaltigkeit steckt wirklich hinter diesen Begriffen und welche Möglichkeiten bieten sie heute, den Alltag und unseren täglichen Verbrauch umweltfreundlicher zu gestalten.

Was genau ist erneuerbare Energie eigentlich?

Energie wird als erneuerbar bezeichnet, wenn sie aus nachhaltigen Quellen gewonnen wird. Natürlich ist es problematisch, wenn man einen unbestimmten Begriff wie „erneuerbare Energie“ mit einem anderen unbestimmten Begriff wie „Nachhaltigkeit“ erklärt. Gemeint sind damit im heutigen allgemeinen Sprachgebrauch zwei Dinge:

Die Energieträger, aus denen die Energie gewonnen wird, werden entweder nicht verbraucht oder sie können einfach und schnell auf natürlichem Wege nachproduziert werden.

Anders als bei Öl, Erdgas oder Kohle werden Wind, Wasser oder die Sonne nicht verbraucht, wenn mit ihrer Hilfe Energie erzeugt wird. Auch Biogas ist – im Gegensatz zu Erdgas – nicht in begrenzten Mengen vorhanden, sondern wird durch einfache biologische Abbaumechanismen immer wieder aufs Neue gewonnen. Zum anderen entsteht während der Produktion diese Energieträger kein CO₂.

Zu den erneuerbaren Energien gehören die folgenden Varianten:

  • Bioenergie
    Sie wird aus Biomasse gewonnen. Zur Verfügung stehen dabei Biogas, aber auch Biokraftstoff oder andere Biomasse wie Holz, Pflanzenabfälle, oder tierische Abfälle.
  • Sonnenenergie
    Hier geht es um die Nutzung durch Photovoltaikanlagen zur Erzeugung von elektrischem Strom und/oder zur Aufbereitung von warmem Wasser.
  • Windenergie
    Eine der zwei ältesten Formen der erneuerbaren Energie – Windmühlen wurden schon vor Jahrhunderten genutzt, um Korn zu mahlen. Heute sind es Windräder, die durch ihre Bewegung elektrischen Strom erzeugen.
  • Wasserkraft
    Die zweite Form der erneuerbaren Energie, die schon lange bekannt ist. Die Ägypter waren die ersten, die Wasserenergie als Antrieb nutzten. Griechen, Babylonier und Römer taten es ihnen später gleich.
  • Erdwärme
    Sie wird heute überwiegend zum Heizen verwendet – eine sehr moderne Form, erneuerbare Energien zu nutzen und mit Sicherheit eine der Heizvarianten der Zukunft.

Photovoltaik – die perfekte Alternative?

Ob Modernisierung oder Neubau: Photovoltaikanlagen stehen hoch im Kurs. Zum einen, weil die Anschaffungskosten in den letzten Jahren erheblich gesunken sind und sich die Anlagen dadurch viel schneller amortisieren. Zum anderen, weil die Stromgewinnung durch Sonnenenergie für das Eigenheim eine wirklich nachhaltige Alternative ist.

Sie lässt sich zudem effizient mit anderen modernen Systemen wie der Wärmepumpe kombinieren. So erzeugt man den Strom, den die Pumpe zur Erwärmung des Wassers benötigt, einfach selbst. Maximale Effizienz erreicht man in Kombination mit einem wassergeführten Flächen-Heizsystem wie der Fußbodenheizung.

Durch einen Photovoltaik-Speicher ist es zudem möglich, die überschüssige Energie langfristig zu sichern. Die kann man beispielsweise an sonnenärmeren Tagen selbst verbrauchen oder zurück ins Stromnetz abführen. Letzteres sorgt nicht nur für einen finanziellen Ausgleich, sondern hilft dabei, wirklich erneuerbare Energien im allgemeinen Stromnetz verfügbar zu machen.

Die Mischung aus Photovoltaik, Wärmepumpe und Flächenheizung zählt heute zu den effizientesten und nachhaltigsten Methoden, um das Eigenheim mit Energie zu versorgen. Wirklich Sinn macht das aber auch nur, wenn man im Zuge dieser Maßnahmen auch energetische Schwachstellen im Haus ausfindig machen und beseitigen kann. So sind zum Beispiel gut isolierte Fenster sowie eine sehr gute Dämmung zwingend notwendig, um eine wassergeführte Fußbodenheizung sinnvoll mit einer Wärmepumpe betreiben zu können.

Die Schattenseiten der erneuerbaren Energie

Doch auch reiner Ökostrom hat seine Schattenseiten. Wasserenergie beispielsweise braucht in der Regel einen Damm bzw. ein Wasserkraftwerk. Es gibt auf der Welt zahlreiche Beispiele für solche Wasserkraftwerke, die sich wunderbar in die Natur einfügen oder sogar sehr nützlich und wichtig sind, um Überflutungen und Hochwasserkatastrophen zu verhindern.

Es werden jedoch viele Damm-Projekte in Entwicklungsländern umgesetzt, in denen nicht unbedingt auf den Schutz der Natur und der Lebensräume rund um die Dämme geachtet wird. Damit werden die positiven Aspekte der Wasserenergie durch die massiven Eingriffe in die Umwelt teilweise stark überschattet.

Auch Bioenergie ist so ein zweischneidiges Schwert. Denn beim Verbrennen von Biomasse wird ebenfalls CO₂ freigesetzt. Zwar handelt es sich dabei lediglich um das Kohlenstoffdioxid, das zuvor bereits durch die Pflanze, die hier verbrannt wird, gebunden wurde – dennoch wird es während des Prozesses wieder an die Luft abgegeben.

Selbst im Bereich der Windenergie gibt es Kritikpunkte. Naturschützer sprechen oftmals von einer Belastung für die Vogelwelt und die umliegende Natur. Zudem stören sich viele Menschen, die in unmittelbarer Nähe zu Windkraftanlagen wohnen, an den Geräuschen und an der Optik der großen Windräder. Diese Probleme versuchen viele Anbieter zu umgehen, indem sie ihre Anlagen Off-Shore – also vor der Küste im Wasser – bauen.

Beispiele für die Notwendigkeit einer ganzheitlichen Betrachtungsweise

Viele Technologien, die wir generell als nachhaltig empfinden, können ihr Potential nur unter bestimmten Voraussetzungen wirklich entfalten. Zwei prominente Beispiel hierfür sind:

  • Das E-Auto

Es wird von Regierungen und der Autoindustrie als der Heiland unter den Automobilen dargestellt – ein Auto, das klimaneutral fährt. Doch das ist leider nur die halbe Wahrheit. Denn die Klimabilanz eines E-Autos bei der Herstellung ist im Vergleich zur Produktion eines normalen Benziners verheerend. Das lässt sich erst nach einigen Jahren der Nutzung wieder aufholen – ein jährlicher oder zweijährlicher Autowechsel wäre damit absolut nicht nachhaltig. Dazu kommt, dass auch ein E-Auto „tanken“ muss. Um wirklich klimaneutral zu sein, muss es also einige Jahre genutzt und mit reinem Ökostrom betankt werden.

  • Die Wärmepumpe als Heiztechnologie

Die Stärke dieser Technologie ist der geringe Stromverbrauch durch das Bereitstellen von Wasser mit einer geringen Vorlauftemperatur. Das ist jedoch nur unter entsprechenden Rahmenbedingungen möglich. Ist das Haus beispielsweise unzureichend gedämmt oder verfügt nicht über ein kompatibles Heizsystem, kann die Wärme nicht effektiv innerhalb der vier Wände gespeichert werden. Das hat zur Folge, dass die Vorlauftemperatur erhöht werden muss, was wiederum einen erhöhten Stromverbrauch nach sich zieht.

So kannst du wirklich nachhaltig mit Energie umgehen

Eine schöne Möglichkeit, Nachhaltigkeit zu leben, ist der Einsatz von erneuerbaren Energien im eigenen Haushalt. Eine Kombination aus einem E-Auto mit einer großen eigenen Photovoltaikanlage, die parallel zur Autoladesäule auch noch die Erdwärmepumpe mit Energie versorgt, wäre wirklich nachhaltig. Wenn dazu auch noch eine Grundwasserpumpe für die Bewässerung des Gartens genutzt wird und auch die Energie dafür aus Sonnenenergie stammt, wird dein CO₂-Fußabdruck immer kleiner. Entsprechende Anlagen werden heute übrigens durch öffentliche Kredite von der KfW-Bank gefördert.

Doch die allerbeste Möglichkeit, Nachhaltigkeit auf einer täglichen Basis fest mit einzubauen, ist die Reduzierung des Energieverbrauchs im Alltag. Dazu gehört die Nutzung des Fahrrads statt des Autos, das Ausschalten sämtlicher Stand-by-Geräte bei Nicht-Benutzung sowie der Austausch ältere Haushaltsgeräte gegen neuere und stromsparende Modelle.

Denn Energiesparen senkt nicht nur die eigenen Kosten, sondern hilft auch dabei, nachhaltig mit den Ressourcen unseres Planeten umzugehen.

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