Schenkungssteuer

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Schenkungen unterliegen unter gewissen Voraussetzungen der Schenkungssteuer. Details regelt das Erbschaftsteuer- und Schenkungssteuergesetz (ErbStG). Schenkungen und Erbschaften werden nach weitgehend gleichen Grundsätzen besteuert. Übertragungen zu Lebzeiten sind Schenkungen, Übertragungen nach dem Tod sind Erbschaften.

Als Schenkung unter Lebenden ist jede Zuwendung oder Bereicherung zu verstehen, die der Schenker jemanden anderem aus seinem Vermögen verschafft. Wechselt also Vermögen ohne Gegenleistung den Eigentümer, ist es eine Schenkung. Gleiches gilt, wenn die Gegenleistung geringer ist als der Wert der Schenkung. Wird eine Immobilie übertragen und bleibt die Gegenleistung des Erwerbers unterhalb des Verkehrswertes, teilt das Finanzamt die Übertragung in zwei Teile auf. Ein Teil wird als unentgeltlich übertragen betrachtet und ein Teil als Immobiienverkauf. Als Maßstab für die Aufteilung zählt das Verhältnis der Gegenleistung zum Verkehrswert.

Die Schenkung des ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzten Familienwohnhauses an den Ehepartner zu Lebzeiten ist unabhängig vom Wert der Immobilie steuerfrei. Ansonsten bleiben Schenkungen steuerfrei, soweit der Beschenkte einen Freibetrag nutzen kann. Ehepartner und eingetragene Lebenspartner haben 500.000 € Freibetrag, Kinder und verwaiste Kindeskinder 400.000 € bzw. falls die Eltern noch leben, 200.000 €, Eltern und Großeltern 100.000 € (alle Steuerklasse I). Für alle anderen Empfänger einer Schenkung beträgt der Freibetrag 20.000 € (Steuerklassen II, III). Übersteigen die Vermögenswerte die Freibeträge, ist in Abhängigkeit von der Steuerklasse die Schenkungssteuer zu bemessen. Der Steuersatz beträgt beispielsweise in der Steuerklasse I bis zu einem Wert des steuerpflichtigen Erwerbs von 300.000 €: 11 % der Schenkung = 33.000 €.

Die Freibeträge beziehen sich auf einen Zeitraum von zehn Jahren. Der Beschenkte kann den persönlichen Freibetrag also alle zehn Jahre erneut nutzen. Gab es innerhalb der letzten zehn Jahre bereits größere Schenkungen, kann der Freibetrag dadurch schon ganz oder teilweise aufgebraucht sein, wenn eine erneute Schenkung erfolgt. Werden die Freibeträge überschritten, lässt sich oft durch geschickte Gestaltung dafür sorgen, dass die Steuerbelastung geringer ausfällt oder ganz vermieden wird. Wer größere Vermögen besitzt, kann also frühzeitig zu Lebzeiten beginnen, Vermögensteile auf die späteren Erben schenkweise zu übertragen. Dabei eröffnet vor allem die Kettenschenkung innerhalb der Familie interessante Gestaltungsmöglichkeiten: Ein Ehepartner überträgt einen Anteil an seinem Vermögen zunächst auf seinen Ehepartner. Beide Elternteile übertragen jeweils ihrem Kind Vermögenswerte, sodass das Kind seinen Freibetrag jeweils im Hinblick auf jeden Elternteil eigenständig und damit insgesamt doppelt nutzen kann.

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