Grundstücksgrenze

immoeinfach > immobilienlexikon > grundstuecksgrenze

Grundstücksplan Vermessung PersonDer Eigentümer eines Grundstücks kann auf seinem Grundstück im Rahmen der Gesetze machen was er will und andere von jeglicher Einwirkung ausschließen (§ 903 BGB). Grundstücke sind als abgegrenzte Teile der Erdoberfläche zu verstehen, die nach Maßgabe des Liegenschaftskatasters im Bestandsverzeichnis des Grundbuchs unter einem eigenen Grundbuchblatt eingetragen sind. Wird das Eigentum eines Grundstückseigentümers durch unerlaubte Einwirkungen anderer beeinträchtigt (z.B. Überbau des Nachbarn), kann der Eigentümer die Einwirkung mit der Eigentumsstörungsklage verbieten (§§ 1004, 903 BGB).

Mieten und Pächter, die nicht Eigentümer, sondern lediglich Besitzer sind, steht die Besitzstörungsklage zu (§§ 862, 858 BGB). Dieses Herrschaftsrecht des Eigentümers endet jedoch an der Grundstücksgrenze. Um potentiellen Streitigkeiten über den Grenzverlauf vorzubeugen und möglichst zu vermeiden, legt das Nachbarschaftsrecht des Bürgerlichen Gesetzbuches großen Wert auf die exakte Festlegung des Grenzverlaufs.

Früher waren Grundstücksgrenzen durch Wasserläufe, Gräben oder Pflöcke gekennzeichnet. Heute sind Grundstücksgrenzen vermessungstechnisch festgelegte Linien, durch die ein Grundstück als räumlich abgegrenzter Teil der Erdoberfläche von einem anderen Grundstück abgetrennt wird. Die vermessungstechnische Festlegung der Grundstücksgrenzen liegt im öffentlichen Interesse, weil nach Maßgabe der Grundstücksgrenze die Grundsteuer gemessen wird. Sie liegt im Interesse der Grundstückseigentümer, weil sie deren Herrschaftsbereiche exakt abgrenzen und Voraussetzung ist, um Grenzabstände bei der Errichtung von Gebäuden oder beim Pflanzen von Bäumen und Sträuchern zu bestimmen.

Grundstücksgrenze und Liegenschaftskataster

Bei der Festlegung der Grundstücksgrenzen kommt dem Liegenschaftskataster zentrale Bedeutung zu. Die Liegenschaftskataster werden von den Kataster- und Vermessungsbehörden der Bundesländer geführt. Die jeweilige Liegenschaftskarte (Flurkarte) gibt Auskunft über die Grenzen der Flurstücke. Nach Maßgabe der Liegenschaftskarte werden die Grundstücke auch im Grundbuch erfasst. Im Bestandsverzeichnis des Grundbuchblatts eines jeden Grundstücks ist in der Sparte „Gemarkung, Flurstück“ die Gemarkungsbezeichnung und die Flurstücknummer eingetragen. Mit Liegenschaftskarte und Grundbuch lassen sich die örtliche Lage, der Grenzverlauf und die Eigentumsverhältnisse eines Grundstücks zuverlässig ermitteln.

Ist die Grundstücksgrenze unklar, kann ein Nachbar im Wege der Grenzscheidungsklage gerichtlich den Grenzverlauf feststellen lassen (Grenzverwirrung des § 920 BGB). Lässt sich die richtige Grenze nicht ermitteln, ist auf den Besitzstand abzustellen, also darauf, welcher Nachbar die streitige Grundstücksfläche in der Vergangenheit genutzt hat.

Um das Risiko eines Rechtsstreits zu vermeiden, können die Nachbarn auch in einem Grenzfeststellungsvertrag vereinbaren, wem die Fläche gehört. Werden zwei Grundstücke durch einen Graben, Mauer, Hecke oder sonstige Einrichtung getrennt und dient ein solches Merkmal dem Vorteil beider Grundstücke, vermutet § 921 BGB, dass die Eigentümer der Grundstücke zur Benutzung der Einrichtung gemeinschaftlich berechtigt sind. Ist der Grenzverlauf klar, kann jeder Eigentümer eines Grundstücks von seinen Nachbarn verlangen, dass diese zur Errichtung fester Kennzeichen (z.B. Grenzsteine) mitwirken (Grenzabmarkung nach § 919 BGB).

Das könnte Sie auch interessieren:

Was passiert bei einer Grenzvermessung?
Teilungsvermessung Grundstück
Nachbarschaftsrecht - Grenzabstände
Grundbuch einsehen – Wer darf das?
Immobilie verkaufen - Checkliste

Zurück zum

Immobilienexikon

Sie haben Fragen zum Thema? Schreiben Sie uns gern eine Nachricht